Wanderung im Simmental
29. Oktober 2026
Bericht zum anhören:
Audiodatei - Wanderung im Simmental
Am Donnerstag, 29.10.2026 starteten 5 Zytbörsemitglieder zur Wanderung im Simmental. Wir trafen uns auf dem Bahnhof, wo soeben der Schnellzug nach Brig eintraf, und wir fragten uns, ob wir nicht schon einsteigen wollen, aber dann müssten wir in Spiez umsteigen. Dies kam nicht so gut an, weil das Umsteigen nicht zum Wandern gehört … Lieber im Zug hocken bleiben!
So stiegen wir in die BLS, aber oh je, aus einem unbekannten Grund fuhr dieser Zug nicht direkt nach Weissenburg wegen technischen Problemen. Es hiess: Bitte in Spiez umsteigen und Anschluss ist nicht gewährleistet.
Es klappte dann alles, auch die Nebeldecke lichtete sich beträchtlich. In Weissenburg wartete ein 6. Wanderer auf uns. Am Brunnen am Bahnhof füllten wir unsere Flaschen mit dem mineralhaltigen Wasser.
Mit voller Energie wanderten wir leicht aufwärts den ersten Teil auf wunderschönem Strässchen. Nach einem kurzen Abstieg fanden wir einen Teich. Dieser Ort sei ein Kraftort mit 10’000 Bovis. So schlenderten wir im Gänsemarsch auf einem Rundweg am ehemaligen Schwimmbad und Tennisplatz vorbei. Bald erreichten wir einen Aussichtspunkt, wo uns der Buuschebach mit seinem wunderschönen Wasserfall ein «OOHH» entlockte. Nach einigen Minuten machten wir Rast im alten vorderen Bad, welches 1849 in Betrieb genommen wurde. Leider verwelkte seine Blüte nach den beiden Weltkriegen und 1963 wurde auch die Mineralquelle aufgegeben. Zwar hat es auch dort noch einen Brunnen, wo man mit dem guten alkalireichen Wasser abfüllen darf.
Auf dem wunderbaren Gelände, welches einem Park ähnlich ist, genossen wir einen kleinen Apéro. Dann ging es weiter auf einem schmalen Pfad hoch oben einer Schlucht entlang, wo wir uns konzentrieren mussten, damit kein Fehltritt gemacht wird. Vom November an ist diese Strecke wegen Steinschlags und anderen Unannehmlichkeiten geschlossen. Für mich war das die schönste Strecke im farbenfrohen Wald, welche wild und mit dem Plätschern des Baches weit unten, mystisch wirkte.
Auf einer Anhöhe verliess der Pfad den Wald und wir konnten die Aussicht auf die Berge und ins Simmental geniessen. Auf einem Feldweg gelangten wir zum Restaurant Bären, welches bedauerlicherweise seit 14 Jahren schon nicht mehr in Betrieb ist. Dort in der Nähe fanden wir eine nette Sitzgelegenheit in der Sonne, wo wir etwas verspätet endlich unser Picknick geniessen konnten. Von dort ging es, leider auf einer asphaltierten Strasse, hinunter nach Oberwil. Unterwegs machten wir noch Halt bei zwei verschiedenen Hoflädeli, welche Käse, Honig, Konfitüre usw. anboten. Über uns flogen Falken, Bussarde, Milane und viele kleinere Gefieder.
In Oberwil blieb uns noch eine kurze Zeit bis zur Abfahrt des Zuges. Die Hälfte unserer Gruppe fand zu ihrer Freude, dass das Restaurant Bahnhof ausnahmsweise diesen Nachmittag offen hatte wegen einem Anlass, welches sonst nur am Morgen offen hat. Was für ein Glücksmoment, doch noch einen Kaffeehalt zu machen.
Die andere Hälfte der Gruppe flanierte noch etwas weiter und in einem sehr historischen «Dorflädeli» fanden wir den letzten Geisskäse und Raclettekäse von der Alp. Der Inhaber des Ladens kam mit uns nach draussen und erklärte, dass dieser Birnbaum vor dem Laden gute Birnen hat, welche man erst essen kann, wenn sie einige Tage lang drinnen gelagert sind. So pflückte er uns noch je eine Birne, welche wir nach Hause nahmen.
Beim Bahnhof waren wir alle 6 wieder zusammen. Am Billettautomaten musste noch ein Billett gelöst werden. Eine Herausforderung und ein Glücksgefühl, als man hört, wie das Billett im Bauch des Automaten gedruckt und ausgeworfen wird, kurz bevor der Zug einfuhr.
Im Bistrowagen der BLS machten wir uns gemütlich und eine Teilnehmerin machte sich daran, einen Kaffee aus dem Automaten heraus zu tippen. Oha, da gibt es so viele Tasten, den Preis konnte man nirgends sehen. So standen wir zu dritt vor diesem Automaten und endlich brachten wir es fertig, dass ein Kaffee herausgespuckt wurde, und nachträglich tönte ein Geklimper, wie in einem Casino, als das Restgeld durch die Röhre hinunterfiel. Das hat mir gefallen und ich entschied, eine Flädlisuppe aus diesem Automaten zu entlocken. Und siehe da, nachdem wir zu zweit alle richtigen Tasten gedrückt hatten, erhielt ich meine gut riechende Flädlisuppe mit anschliessendem Geklimper der Restmünzen. Auf dem Kartonbecher stand geschrieben, dass man ihn wiederverwenden sollte. So habe ich ihn nach Hause genommen, gewaschen … und nächstes Mal, wenn ich in den BLS‑Bistrowagen steige, wird der Becher auch mitkommen.
Wir kamen alle (ausser Werner, welcher uns in Weissenburg verliess) gesund und zufrieden wieder in Thun an. Danke, allen Teilnehmenden, dass ihr mitgekommen seid. Für mich war es ein wunderbarer Tag.
Madleina Werner