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Louberli

Exkursion zum Gnadenhof Louberli, Iseltwald

Kein Zweifel, die treuherzigen Augen der Schwarznasen-Lämmchen auf dem Flyer haben voll verfangen. Gut zwei Dutzend gut gelaunte Zytbörse-Mitglieder versammelten sich Freitag­mittags am Bahnhof Thun. Auch Wettermacher Petrus outete sich als Tierfreund, beschenkte er unsere Exkursion zum Tierheim Louberlihof doch mit einem strahlend wolkenlosen Himmel.
Die Bahn- und Postautofahrt den Seeufern entlang nach Iseltwald hat auch bei der x-ten Wiederholung nichts von ihrer eindrücklichen Bildkraft eingebüsst. Auch Organisatorin Edith wird sie beim nächsten Mal bestimmt wieder geniessen können, nachdem sie heute durch­gehend mit Kontrollkarten austeilen, Münzen zählen und Präsenzlisten abhäkeln ausgelastet war. In Iseltwald, kamen schliesslich Schusters Rappen zum Einsatz. Wer sich trittsicher fühlte, liess sich von Martin einem steilen Trampelpfad entlang zum imposanten, dreissig Meter hohen Mülibachfall lotsen. Den andern bot sich eine gut ausgebaute Waldstrasse direkt zum Louberli an. Hinweise zum Ausflugsziel sucht man indes auf beiden Wegen vergebens. Das Gastgewerbe im Dorf würde sich von Anzeigetafeln über die Attraktion, welche die Familie Hirschi hoch über der Siedlung erarbeitet hat, bedrängt fühlen.

Beim Hof angekommen, nahmen uns drei Wollschweine mit wohligem Grunzen in Empfang. Nach einer kurzen Erfrischung gings dann zu den Tiergehegen. Der strahlende Sommertag hätte die vierbeinigen Pensionäre wohl zu einer ungestörten langen Siesta verleitet. Doch die Brot­krümel aus Edith’s Papiertasche wirkten einem Lockruf gleich. Wie auf Kommando drängten sich quirlige Ziegen, gestandene Esel/innen, majestätische Lamas und ein edles grauweisses Pferd an den Zaun, erpicht, eine Rinde oder ein «Bütschgi» zu ergattern. Als Hofleiter Niklaus Hirschi noch mit einem grossen Sack Brotresten «nachfeuerte», war vollends die Hölle los. Das Gewieher, Gemecker und Gedränge flösste nicht wenigen von uns etwas Unbehagen ein, vor allem, als eine Eselin plötzlich nach allen Seiten auszuschlagen begann. Wer indes neben dem Getue im Gehege fähig, war, noch ein Quentchen Aufmerksamkeit für etwas anderes frei zu spielen, konnte sich von Töchterchen Sophie eine lautlose Kostbarkeit zeigen lassen. Auf einem Haufen Strohballen scharte eine Pfauenmutter vier Junge um sich. Nach was wir indessen vergeblich Ausschau hielten, waren die Schwarznasenschafe, die uns eigentlich hierher gelockt hatten. Sie waren schon in die Maiensäss-Wiese verlegt worden und forderten uns eine gute Viertelstunde bergauf Kraxeln ab. Für diese Zusatzschleife wurden wir indes reichlich entschädigt. Die Ruhe der sanften Wiederkäuer bot einen unüberbietbaren Kontrast zur aufgeregten «Show» in den Stallungen. Und es stimmt schon nachdenklich, dass die lieblichen Wollknäuel eines fehlenden schwarzen Fleckes wegen von den Züchtern gnadenlos beseitigt worden wären, bloss weil sie den Rassenvorgaben nicht vollumfänglich entsprechen.

Beim verdienten Zvieri entpuppten sich Hirschi’s auch noch als vorbildliche Gastgeber. Verwöhnt mit Selbstgebackenem und -gebrautem stärkten wir uns für den Heimweg. Der Nachschub aus der Küche war unserem Hunger durchwegs problemlos gewachsen, auch wenn uns das zahme Huhn Lisi die leckeren Küchlein auf dem Tisch hartnäckig streitig machte. Fast nebenbei fanden Hirschis noch Zeit, bereitwillig auf alle unsere Fragen einzugehen. So erfuhren wir, dass das Tierfutter mit einem mittleren vierstelligen Betrag pro Monat zu Buche schlägt, und dass beide Hofleiter neben der Tierhaltung noch ein namhaftes Pensum auswärts arbeiten. Erfreulicherweise werden aber auch die vielfältigen Möglichkeiten, den Hof zu unterstützen wie Tierpatenschaften, Zuwendungen oder freiwillige Hilfe, rege genutzt.
Frisch gestärkt und erfüllt von eindrücklichen Bildern und Begegnungen mit Menschen und Tieren, begab sich die schnatternde Schar gegen Abend auf den Heimweg, den der «harte Kern» bei einem Bier beim «Inder» noch gemütlich ausklingen liess.

Martin Humbel /  26. Mai 2018

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